Konzertkritik & Medienrezensionen
Anmerkungen für Konzertagenturen, Ensembles und MusikerInnen

Last updated: 2020-11-14


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Table of contents


Einführung

Rolf Kyburz, 2008-12-31

2011 startete ich meinen Blog mit der Idee, über Musik in meiner CD-Sammlung und damit verwandte Themen zu schreiben. 2014 kam eine Anfrage von Bachtrack, ob ich bereit wäre, Konzertkritiken zu schreiben. Das brachte meinen Blog etwas vom intendierten Kurs ab. Danach haben sich über die vergangenen 6 Jahre Konzertkritiken allmählich ins Zentrum meines Bloggens geschoben. Zum Zeitpunkt der Niederschrift dieses Textes (2020-11-05), behandeln 350 (> 62%) von 560 Blog-Artikeln Konzertkritiken oder verwandte Themen.

Anfänglich erschienen Konzertkritiken hauptsächlich im Zusammenhang mit (deutschen) Rezensionen für Bachtrack. Im Spätsommer 2018 habe ich meine Zusammenarbeit mit Bachtrack beendet. Ich tat dies mit der Erwartung, wieder vermehrt CDs zu besprechen (und vergleichen). Zu meinem Erstaunen haben mir mehrere Organisatoren und Ensembles signalisiert, dass sie mir weiterhin Pressekarten offerieren würden. Dies einzig für Berichte in meinem Blog, der zudem in Englisch ist. Die Mehrzahl meiner Leser ist also in Nordamerika oder in England.

Ziele dieses Dokuments

Wie kam es zu dieser Situation? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für mich als Blogger, aber auch für mögliche “Kunden”, d.h., Agenturen, Ensembles, KünstlerInnen? Die zentralen Aspekte dieser Fragen diskutiere ich weiter unten, in den Abschnitten “Welche Rolle kann ich als Konzertrezensent spielen?” und “Absichten, Kritiktexte, Zielpublikum“.


Eine persönliche Sicht auf die Rolle der Musikkritik heute

Um an das einleitend Gesagte anzuschließen: natürlich besuche ich nicht nur Konzerte, zu denen ich eingeladen werde und/oder für die ich Freikarten erhalte. Ich besuche zusätzliche Konzerte, die mir interessant erscheinen. Konzerte, von denen ich denke, dass ich darüber schreiben und etwas aussagen kann. Ich habe mir zur Regel gemacht, zu jedem besuchten Konzert zu schreiben. Ausnahmen erlaube ich mir nur bei lokalen Anlässen, mit lokalen MusikerInnen.

Ich versuche, Anfragen und Einladungen so weit wie möglich zu erfüllen. Gleichzeitig fällt es mir manchmal schwer, auf eigene Konzertwünsche zu verzichten. Allerdings ist es in den letzten 2 – 3 Jahre oftmals geschehen, dass mein “Appetit größer war also mein Magen”, d.h., ich hatte die Tendenz, meinen Konzert- und Besprechungszeitplan zu überladen.

Ich muss offensichtlich lernen, eine Balance zu finden zwischen Anforderungen, Wünschen, Anfragen und der verfügbaren Zeit, meinen Möglichkeiten. Mit diesem Text versuche ich, meine Situation und meine Möglichkeiten zu beschreiben. Ziel sollte sein, eingehende Anfragen zu kanalisieren / dosieren. Idealerweise sollte dies helfen, übermäßige Erwartungen und Enttäuschungen zu vermeiden.

Der Kontext

Ich will zu Beginn das Umfeld und die Perspektiven erläutern. Natürlich fühle ich mich geehrt und bin dankbar für Gelegenheiten, Pressetickets zu erhalten und dadurch interessante Konzerte zu erleben. Dennoch: mein “Kanal” ist lediglich ein privater Blog mit begrenzter Reichweite / Leserschaft. Warum also erhalte ich diese Angebote für Pressekarten? Einige davon erklären sich aus persönlichen Bekanntschaften mit Organisatoren / Veranstaltern und MusikerInnen. Dennoch: je mehr dieser Angebote ich erhielt, desto deutlicher wurde für mich, dass die Gründe tiefer liegen.

Konzertkritik in der Krise

Über die letzten Jahre erlebte die Musikkritik in Printmedien einen allmählichen Niedergang. Ich mache dies an zwei Indizien fest:

  • Die Feuilleton-Spalten wurden reduziert. Und innerhalb dieser Seiten nimmt die Musikkritik einen immer geringeren Platz ein. Abgänge unter Musikkritikern und -Kommentatoren werden nicht ersetzt. Die verbliebenen Kräfte werden immer selektiver eingesetzt. Der Fokus liegt zunehmend auf “großen Namen” und/oder großen orchestralen Aufführungen und -Festivals und deren “Mainstream”-Repertoire. Die Pandemie dieses Jahres hat die Situation dramatisch verschärft.
  • Als ich noch für Bachtrack rezensierte, wurde ich gelegentlich zu Presse-Briefings eingeladen. Derartige Briefings wurden entweder vor spezifischen Konzerten abgehalten, oder sie dienten der Vorstellung des Programms für die kommende Saison. Ein Orchester lädt mich seither zu derartigen (Saison-) Briefings ein, obwohl ich doch nur ein Blogger mit begrenzter Reichweite bin. OK, ich bin von deren Konzerten oft begeistert—aber dennoch! Der traurige Aspekt dabei: außer mir kommen zu diesen Briefings meist nur 1 – 2 Vertreter der lokalen Presse, selten ein Vertreter des Lokalradios.

Ich machte diese Beobachtung bereits in vergangenen Jahren, als Konzerte und Festivals boomten, gar überhitzt waren. Mit dem Kollaps des Konzertlebens in der Pandemie wurden die Kürzungen (wenn nicht gar Absenz) der Musikkritik nur noch alarmierender.

Ist Musikkritik notwendig?

Es ist sicher legitim, zu fragen, ob denn Musikkritik wirklich essentiell sei. Dies betrifft speziell die Printmedien, welche alle unter wachsendem finanziellem Druck stehen. Da stellt sich die Frage nach dem Informationsgehalt und dem Unterhaltungswert der Feuilleton-Seiten für den Durchschnittsleser. Ich will hier jedoch versuchen, die Sicht der Konzertorganisatoren und (noch mehr) der MusikerInnen zu beleuchten.

Welchen Stellenwert hat Musikkritik für Konzertorganisatoren?

Konzertorganisatoren und Agenturen sind in der Regel kommerzielle Unternehmungen und deshalb vom finanziellen Erfolg abhängig. Medienpräsenz (und damit auch Konzertbesprechungen) ist für sie essentiell, wenn sie Publikum ansprechen und erhalten wollen. Leider beeinflusst der ökonomische Druck ihren Fokus. Dieser richtet sich vor allem auf die “großen Namen” bei SolistInnen, DIrigentInnen, Orchestern und Ensembles, sowie auf die prominenten Festivals und Konzertsäle.

Gleichzeitig entsteht auch Druck in Richtung populäres (“Mainstream”) Repertoire, welches damit eine substanziellen Anteil an den meisten Programmen beibehält. Damit (und über die “großen Namen”) soll sichergestellt sein, dass ausreichend Publikum angezogen wird. Es braucht nicht betont zu werden, dass die Pandemie und ihre Folgen die Not in kulturellen Unternehmungen dramatisch erhöht haben. Dies belastet auch die Printmedien, und damit die Feuilleton-Seiten.

Was bedeuten Rezensionen für die MusikerInnen?

Ich schreibe hier nicht über die Superstars. Musikkritik kümmert diese in der Regel wenig. Zum einen haben sie kaum Zeit dafür, bereisen sie doch die ganze Welt für ihre zahllosen Konzert und Recitals. Zum anderen: sie haben ihr Publikum. Wozu denn noch Kritiken lesen?

Für die Mehrheit der MusikerInnen ist die Realität jedoch eine andere. Die einen mögen an Konservatorien oder Musikschulen unterrichten, oder sie haben eine Stelle in einem Orchester. Wo dies nicht der Fall ist, sind sie im Wesentlichen abhängig vom Erfolg (und damit dem Einkommen) aus Konzerten und Recitals.

CD-Verkaufszahlen sind am schwinden. Zudem erhalten MusikerInnen vom CD-Verkaufspreis nur erschreckend mikroskopische Anteile ausbezahlt, sodass nur Superstars aus dem Verkauf von Medien ein namhaftes Einkommen erzielen. Streaming Plattformen nehmen der CD allmählich Marktanteile weg. Was den pro Titel (Stream / Download) ausbezahlten Anteil angeht, ist Streaming gar schlechter als CDs. Insgesamt sind Medien (CDs oder Streaming) für die meisten MusikerInnen damit nur noch ein Marketing-Instrument, ein Mittel, mehr Publikum für Konzerte zu gewinnen.

Helfen Video-Broadcasts?

Während der Pandemie haben zahlreiche MusikerInnen eine “Zweitkarriere” begonnen, via Live-Videosendungen auf Plattformen wie YouTube, Facebook, IDAGIO. Das mag gelegentlich einem Bedürfnis entsprechen, aber genausogut einem Akt der Verzweiflung. Beispiele für derartige Broadcasts:

  • Live-Aufführungen, Interviews (z.B. mit Kolleginnen und Kollegen),
  • Lehrveranstaltung (öffentliche Lektion mit Schülern, eventuell auch an das Publikum gerichtet),
  • Diskussionen, oder
  • gemischte Formate.

Ich habe mehrere dieser Broadcasts (oftmals ganze Serien) mit Interesse verfolgt und genossen.

Leider sind jedoch Broadcasts in der Regel keine Einkommensquelle. Im Gegenteil: sie kosten Zeit (vor allem für die Vorbereitung) und Mittel. Broadcasts sind vor allem ein Mittel, mit der Zuhörer- und Fangemeinde Kontakt zu halten. Und sie sind ein Marketing-Instrument: die Hoffnung den Erfolg zukünftiger Konzerte zu sichern.

Können Kritiken die Situation retten?

Für viele MusikerInnen (vor allem junge, in der Anfangsphase ihrer Karriere) sind Kritiken ein Schlüsselelement im Versuch, sich im Musikleben zu behaupten. Das Verschwinden der Konzertkritik betrifft sie direkt. Und jetzt pausiert durch die Pandemie das Konzertleben und beraubt viele der Einkommens-Hauptquelle. Ihre Karriere, ihr Lebensentwurf steht womöglich auf dem Spiel.


Rolf Kyburz, 2014-12-01

Eine unerwartete Karriere als Blogger?

2018 habe ich meine Zusammenarbeit mit Bachtrack aufgekündigt, in der Erwartung, mich wieder mehr auf CD-Besprechungen und -Vergleiche zu konzentrieren. Wie eingangs schon erwähnt, haben mir zu meiner Überraschung mehrere Organisatoren und Agenturen signalisiert, dass ich weiterhin Pressekarten für ihre Konzerte erhalten könne. Ich bekomme zudem auch ganz unerwartet (d.h., ohne vorherige Kontakte) Konzerteinladungen zugeschickt. Neuerdings habe ich derartige Einladungen auch von MusikerInnen und Ensembles erhalten. Steht mein Name in Datenbanken / Listen mit potenziellen Rezensenten?

Es kommt natürlich auch vor, dass interessierte Parteien meine Bewertungen / Präferenzen, und/oder die Art meiner Kritiken schätzten. Wie dem auch sei: ich bin mir sicher, dass ein wichtiger Grund für derartige Angebote im Schwund der Kritik in den Printmedien liegt. Und MusikerInnen, Agenturen, Orchester und Ensembles benötigen Publizität. Schließlich wollen sie “im Geschäft bleiben”.

Ein Zuviel an Karriere gar?

Ich brauche kaum zu erwähnen, dass ich diese unerwarteten Gelegenheiten, Konzerte zu besuchen und zu besprechen, sehr genieße. Es ehrt mich, dass man mich als valablen Rezensenten sieht und zu Konzerten einlädt. Und natürlich, dass meine Kritiken geschätzt werden. Nicht zuletzt haben diese Einladungen zu Freundschaften mit MusikerInnen und Leuten in Konzertagenturen geführt. Für mich ist dies der Aspekt, der mir am meisten Freude und Befriedigung verschafft.

Nachteile?

Die Gelegenheiten für unentgeltliche Konzertbesuche, wie auch der wachsende Freundeskreis machen es schwieriger für mich Konzertangebote auszuschlagen. Und natürlich wecken daneben zusätzliche Konzerte (vor allem im Bereich Solo Recitals und Kammermusik) meine Neugier und mein Interesse. Dem Besuch vieler dieser Veranstaltungen können meine Frau und ich oft kaum widerstehen. Vorausgesetzt, sie sind erschwinglich und geographisch / verkehrstechnisch erreichbar (siehe unten).

Wie eingangs erwähnt, habe ich mir zur festen Regel gemacht, über jedes besuchte Konzert zu schreiben. Dies stellt sicher, dass mein Blog nicht “austrocknet”. Zugleich zwingt es mich, genau hinzuhören. Und es führt dazu, dass ich mich an mehr Details zu Werken, Interpretationen und KünstlerInnen erinnere.

Eine Schwierigkeit dabei ist (wie man sich leicht vorstellen kann), dass “die Augen (oder die Ohren!) größer sind als der Magen”. Dies traf schon zu, als ich noch für Bachtrack schrieb, und es verstärkte sich bis zu dem Punkt, an dem die Pandemie das Konzertleben faktisch zum Erliegen brachte. Oftmals war ich dabei so (über-)beschäftigt, dass ich letztlich mehr arbeitete, als in meinem vorherigen Berufsleben. Und das will was heißen!

Dieses Dokument ist ein Versuch, die Gefahr von Überlastung unter Kontrolle zu halten. Vielleicht auch, ein Zuviel an Einladungen (und Erwartungen) an mich zu vermeiden.


Meine “Kritiker-Ethik”

Für die Konzertbesprechungen in meinem Blog habe ich mir folgende Regeln und Prinzipien zu eigen gemacht:

  1. Ich will über jedes besuchte Konzert schreiben. Wenn der Besprechungsrückstand zu groß wird, muss ich deswegen gelegentlich auf Konzerte verzichten.
  2. Ich wende bei allen Aufführungen die gleichen (“universellen”) Bewertungskriterien an. Ich habe keine unterschiedlichen “lokalen” und “globalen” Maßstäbe und Kriterien.
  3. Wenn vorhersehbar ist, dass eine Aufführung ein mittelmäßiges oder negatives Resultat liefert, verzichte ich lieber auf den Besuch. Ich will niemanden wissentlich verletzen oder beleidigen. Dies ist mit ein Grund, warum ich auf lokale Anlässe eher verzichte.
  4. Der dritte Punkt ist nicht ohne Ausnahme. Es kommt vor, dass ich (aufgrund von Aufnahmen oder YouTube-Videos) Ansichten eines prominenten / bekannten Interpreten ablehne. Die Reputation des/der KünstlerIn verleitet mich gelegentlich dazu, ein Konzert dennoch zu besuchen, um meine bestehende Ansicht zu widerlegen oder bestätigen.
  5. Ich versuche wenn immer möglich, Gefälligkeitskritiken zu vermeiden. Meine Berichte sollen ehrlich sein und meine persönliche Konzerterfahrung wahrheitsgemäß wiedergeben.
  6. Klar, ich bin auch nur ein Mensch und gebe gerne zu, dass es gelegentlich schwer fällt, bei befreundeten KünstlerInnen und Organisatoren ein kritisches Urteil zu fällen. Ich habe jedoch festgestellt, dass MusikerInnen kritische und ausführliche Rezensionen beinahe immer sehr schätzen. Natürlich unter der Voraussetzung, dass Kritik wohlfundiert und begründet ist. Dies bestätigt mich in meiner Tendenz zu aufrichtigen und (oftmals sehr) ausführlichen Besprechungen.

Bestechlichkeit?

Führt die Annahme von Freikarten zu Bestechlichkeit? Verleitet mich das dazu, positive Rezensionen zu schreiben? Eher nicht: immerhin verbringe ich mindestens zwei volle Tage mich auf eine Rezension vorzubereiten (Partituren organisieren, Web-Recherchen, etc.) und zu schreiben.

Wenn ich im Konzert zudem noch fotografiere, kostet mich das Aussortieren der brauchbaren Bilder unter oftmals Hunderten von Aufnahmen mit Leichtigkeit 1 – 2 Tage zusätzlich. Ich erhalte für diesen Zeitaufwand (außer Pressekarten) keinerlei Entschädigung. Darüber hinaus fallen Ausgaben an für die Fahrt zum Konzert und zurück. Nicht selten sind die Kosten für die Bahn höher als die Preise für Konzerttickets.

Bloggen, ein Fass ohne Boden?

Ich bin der Ansicht, dass meine Konzertbesprechungen beiden Seiten zum Vorteil gereichen:

  • Ich erhalte eine oder zwei Freikarten, und mit Sicherheit genieße ich die Werke, das Konzert, die Kontakte mit Menschen aus der Welt der Musik.
  • KünstlerInnen und Veranstalter erhalten im Gegenzug einen detaillierten und (hoffentlich) sorgfältigen Bericht darüber, wie ich (als Zuhörer) die Aufführung erlebt habe.

Die Kosten für Freikarten sind zudem oft inexistent: solange ein Anlass nicht ausverkauft ist, beraube ich niemanden seines Sitzplatzes.

Meine eigenen Kosten sind anderseits sehr real, vor allem, wenn man die Reisekosten mit einbezieht (einschließlich in seltenen Fällen die Kosten für eine Übernachtung im Hotel). Und natürlich fallen (abgesehen vom Zeitaufwand) auch Kosten zum Betrieb des Blogs an: Hosting, Gebühren, Software. Das faktisch einzige “Einkommen” erziele ich über die Amazon-Produktlinks: wenn jemand über diese Links Produkte (CDs) von Amazon kauft, erhalte ich typischerweise 5% Kommission für erfolgreiche Verkäufe. Allerdings passiert das derart selten, dass ich mir über die vergangenen 5 Jahre vielleicht 3 CDs zum regulären Preis erstehen konnte. Im Vergleich mit dem finanziellen Aufwand ist das vernachlässigbar wenig.

Ich kann mir das Bloggen nur leisten weil ich pensioniert bin und von der Rente und der Sozialversicherung lebe. Der Aufwand wird für mich jedoch aufgewogen durch die Befriedigung, die mir die Freundschaft mit MusikerInnen und Organisatoren verschaffen. Und natürlich nährt meine Liebe zur Musik die Motivation, den Blog fortzuführen.


Rolf Kyburz (2016-11-04, © Rolf Kyburz)

Welche Rolle kann ich als Konzertrezensent spielen?

Damit komme ich (endlich!) zum zentralen Aspekt dieses Dokuments: Was Sie vielleicht wissen sollten, bevor Sie mich um eine Besprechung bitten. Ich bin dankbar und schätze es sehr, um eine Rezension für Ihr Konzert oder Rezital gebeten zu werden. Allerdings möchte ich möglichen Enttäuschungen und Frustrationen vorbeugen. Ich möchte deshalb erreichen, dass Ihre Erwartungen und Hoffnungen an eine Besprechung realistisch bleiben.

Welchen musikalischen Bereich decken meine Besprechungen ab?

Was ich mir anhöre, ist strikt auf den Bereich der klassischen Musik beschränkt. Dieser beginnt für mich persönlich in Mittelalter und Renaissance, bis hin zu zeitgenössisch klassischer Musik. Das Schwergewicht meiner Erfahrung ist dabei im Bereich Barock bis hin zur Spätromantik. Hier kann ich im Urteil und in der Meinungsbildung (meist) auf Erfahrung aus Konzerten und Aufnahmen zurückgreifen. Im Bereich früherer / älterer Musik sind Wissen und Erfahrung etwas dünner. Doch traue ich mir in der Regel nach wie vor zu, eine Aufführung zu werten, mir dazu eine Meinung zu bilden.

Im Bereich zeitgenössischer Klassik (ca. ab Mitte des letzten Jahrhunderts, zumal bei Uraufführungen) gibt es oftmals keinerlei Vergleichsmöglichkeiten. Partituren sind für Hörer nicht verfügbar, zumindest nicht zu vernünftigen Kosten. Bei derartigen Werken versuche ich immerhin, einige der Aufführungsaspekte anzusprechen. Beispielsweise Koordination, Intonation, Klang, Wechselwirkung mit der Raumakustik. Abgesehen davon beschränke ich mich auf die Beschreibung meiner persönlichen Eindrücke, erwähne Bilder und Emotionen, welche die Musik in mir evoziert.

Repertoire außerhalb meiner Kompetenz

Ich höre keinen Rock, Pop, Folk, etc.—was immer unter dem Label “Populärmusik” läuft. Das schließt Mischformen mit ein, wie etwa “Crossover” und verwandte Gattungen. In der Vergangenheit (vor Jahrzehnten) habe ich gelegentlich Jazz gehört und fand durchaus Gefallen daran. Ich habe jedoch keinerlei Wissen dazu, noch die Erfahrung, darüber zu sprechen oder zu schreiben. Ich schließe Jazz deshalb auch aus.

Vor mehr als 50 Jahren (noch als Schüler) fasste ich den Entschluss, mich auf klassische Musik zu beschränken. Und ich bleibe dabei: ein Leben ist zu kurz, um mehr Bereiche in ausreichender Tiefe zu erfassen und abzudecken.

Bevorzugtes Repertoire

Innerhalb dessen, was für mich klassische Musik ausmacht (siehe oben), habe ich mir für den Blog (und noch mehr für Rezensionen) weitere Einschränkungen auferlegt. Die ist nicht (primär), weil mir gewisse Bereiche / Gattungen nicht zusagen. Vielmehr will ich mich bei Rezensionen auf Aufführungen beschränken, von denen ich annehme, dass ich dazu etwas Aussagekräftiges schreiben kann:

  • Ich schätze und genieße Oper und Theater durchaus. Ich fühle mich jedoch im allgemeinen nicht kompetent (noch willens), die Bühnenregie zu kommentieren. Opernrezensionen sind deshalb ganz seltene Ausnahmen. Ich habe bisher eine einzige Live-Opernaufführung besprochen, auf ausdrücklichen Wunsch von Bachtrack. Konzertante Aufführungen hingegen ziehe ich gelegentlich in Betracht.
  • Bei Ballett ist die Lage ähnlich: ich kann es durchaus genießen, doch mangelt es mir für Kommentare an Wissen: mir fehlt schlicht die Terminologie, das Vokabular, um darüber schreiben zu können.

Limitierungen des “Alleinunterhalters”

Restriktionen ergeben sich auch durch die Art, in der mein Blog “funktioniert”. Ich mache bei Konzerten aus Prinzip keine oberflächlichen Kurzkritiken. Vielmehr will ich mich an meine eigenen Standards halten, bezüglich Qualität, Tiefe und Detail.

Ich bin nicht nur Autor (was oftmals schon anstrengend genug ist), sondern auch mein eigener Herausgeber und Webmaster. Der Unterhalt der Blog-Plattform liegt in meinen eigenen Händen:

  • Unterhalt mehrerer Datenbanken
  • interne Verlinkung
  • Suchen und Platzieren von externen Referenzen
  • Überprüfung der internen Konsistenz
  • Abdeckung durch Suchmaschinen und soziale Medien.

Die alles ist nur machbar, wenn ich mich an rigide Schemata und Prozesse halte: die Gefahr, sich in der Komplexität des Publikationsprozesses zu verlieren und Schritte zu vergessen, ist groß. Meine Hoffnung ist andererseits, dass Qualität und Konsistenz auch für den Leser einen Mehrwert bringen.

Gattungen

Im gewählten Blog-Schema erweisen sich Konzerte mit einer großen Zahl kleiner Stücke als sehr arbeitsintensiv. Dies gilt speziell, wenn die Kleinformen dazu noch von einer Vielzahl von Komponisten stammen. Und es ist mit ein Grund, weshalb ich selten Liederabende besuche. Das gilt natürlich nicht für die Aufführungen ganzer Liederzyklen, wie z.B. Schuberts “Winterreise”. Allgemein gilt: je einfacher ein Konzertprogramm strukturiert ist, desto einfacher ist es für mich, darüber zu schreiben.

Abgesehen davon deckt meine Tätigkeit die meisten Gattungen der klassischen Musik ab—mit gewissen Präferenzen. Beispiele: bei Musik aus dem Barock und der (Wiener) Klassik bin ich ein überzeugter und offener Verfechter von Aufführungen auf historischem Instrumentarium (HIP, historically informed performance), die ich in aller Regel gegenüber Interpretationen auf modernem Instrumentarium bevorzuge. Ich versuche, für alle Gattungen und Instrumente offen zu sein. Doch natürlich habe ich gewisse Vorlieben, vielleicht auch moderate Antipathien. Ich konnte mich zum Beispiel nie wirklich für die Mandoline begeistern.

MusikerInnen

Wie oben schon erwähnt: persönlich finde ich Rezensionen von Aufführungen mit etablierten Weltklasse-Stars nur bedingt attraktiv. Speziell, wenn diese MusikerInnen sich in der letzten Phase ihrer Karriere befinden:

  • Die Resultate sind oftmals vorhersehbar.
  • Die Interpretationen wurden zudem von zahllosen Kritikern bereits “durchgekaut”.
  • Diese KünstlerInnen ignorieren in aller Regel Kritiken ohnehin.
  • Die Scharen von VerehrerInnen akzeptieren oft nur Urteile, die mit ihren vorgefassten Meinungen übereinstimmen. Diese Meinungen sind mir egal. Dennoch bin ich nicht daran interessiert, hitzige Debatten loszutreten. Und natürlich bin ich nicht bereit, mein Urteil aufgrund derartiger Debatten nachträglich anzupassen.
  • Wenn am Ende der Musikerkarriere die technischen Fähigkeiten nachlassen, braucht man das nicht unbedingt zu verschweigen. Es kann gelegentlich sogar angebracht sein. Dennoch ist das Schreiben solcher Kommentare in der Regel keine ersprießliche Tätigkeit.
  • Sehr oft ist das Wirken dieser MusikerInnen in zahlreichen Aufnahmen sehr gut dokumentiert. Dies beschränkt vernünftige Kommentare auf die Tagesform der Aufführenden, wenn man die Leserschaft nicht mit bestehender Information langweilen will. Anderseits berücksichtige ich durchaus Interpretationen dieser MusikerInnen, wenn ich Aufnahmen mehrerer Interpreten gegeneinander antreten lasse. Vorausgesetzt natürlich, dass ich für derartige Vergleiche Zeit und Gelegenheit finde.

Ewiggleiches Repertoire?

Seit ich nicht mehr für Bachtrack rezensiere, ist der Anteil der großen, klassisch-romantischen sinfonischen Konzerte, die ich besuche, stark zurückgegangen. Zum einen werden derartige Konzerte von den Kritikern der Printmedien nach wie vor einigermaßen ausreichend abgedeckt. Zum anderen stehe ich mit einer Ausnahme bei Orchestern nicht auf der Liste offiziell akkreditierter Rezensenten.

Ebenso wichtig ist für mich das Repertoire. Große Orchesterkonzerte sind teuer. Das zwingt praktisch die Organisatoren in eine Werkwahl, von der angenommen werden kann, dass sie ausreichend Publikum anzieht. Natürlich bin ich durchaus willens und interessiert, Aufführungen der “großen”, klassischen Sinfonien, oder populärer klassisch-romantischer Instrumentalkonzerte zu besprechen. Leider aber wiederholt sich eine kleine Auswahl aus diesen Werken in Programmen beständig. Damit verlieren diese für mich an Attraktivität.

Kammermusik-Aufführungen und Solo-Recitals hingegen mangelt es oft an Publikum, obwohl sie in der Regel ein deutlich breiteres Repertoire (oftmals auch abseits vom “Mainstream”) abdecken.

Absichten, Kritiktexte, Zielpublikum

Vor zwei Jahren (2018-10-27) schrieb ich bereits einen Artikel über meine Ansichten zur Rolle von Musikkritik. Etwas später (2019-11-10) habe ich mich auch über den damit verbundenen Zeitaufwand ausgelassen. Ich will das hier nicht wiederholen. Nur einige Ergänzungen zum Thema:

Reichweite

Dies ist keine Zeitung, lediglich ein privater Blog. Die Leserschaft ist in der Regel klein und übersichtlich, sofern nicht MusikerInnen und Organisationen die “Nachricht verbreiten”, wenn sie meine Kritiken schätzen. Ein potentielles Hindernis bei der Verbreitung liegt in der Länge meiner Texte. Etliche (die meisten gar?) Leser schaffen es vermutlich nicht bis zum Ende meiner Artikel. Immerhin versuche ich,

  • sicherzustellen, dass Suchmaschinen (z.B. Google) meine Artikel auch finden (SEO, “search engine optimization”), und
  • meine Artikel über die sozialen Medien (Facebook, Twitter, tumblr, etc.) anzukündigen. Aber auch da ist die Zahl meiner “Follower” / Abonnenten überschaubar, wenn nicht klein. Falls Sie wollen, dass eine Kritik gelesen wird, rate ich deshalb dringend zum Teilen (Sharing, re-posting, re-tweeting, etc.) meiner Artikel / Links.

Beachten Sie dass meine Artikel prinzipiell in Englisch geschrieben sind. Allerdings stelle ich englischen Kritiken eine kurze Zusammenfassung in Deutsch voran. Für Konzerte in französisch- oder italienischsprachigen Regionen habe ich gelegentlich auch Zusammenfassungen in der lokalen Sprache eingeschlossen. Dieser Text ist einer von ganz wenigen genuin deutschen Artikeln.

Länge und Detail

Mehrfach habe ich mir vorgenommen, kürzere Konzertberichte zu verfassen—immer erfolglos. Wenn sich in der Länge etwas ändert, dann höchstens in Richtung “noch länger”. Immerhin habe ich jetzt begonnen, die Einleitung zu formalisieren. Gleichzeitig verzichte ich auf detaillierte Auszüge aus Lebensläufen, sofern diese in verlinkten Webseiten einsehbar sind.

Allerdings will ich in der Menge an Details, bei der Ausführlichkeit in der Diskussion einer Aufführung / Interpretation keine Abstriche machen. Mehrfach wähnte ich mich auf gutem Weg zu einer kurzen (kürzeren) Besprechung. Letztlich resultiert dann mit großer Regelmäßigkeit ein Text mit 3000 oder mehr Worten. Ich habe keine Ambitionen, dem Schema stenographischer Kurzkritiken aus Zeitungen zu folgen.

Die Länge der Texte mag problematisch sein: sie sehen lang aus und mögen deshalb einige Leser abschrecken. Ich versuche, durch Strukturierung der Texte (Gliederung / Untertitel) Abhilfe zu schaffen. Jeder Artikel beginnt mit einem verlinkten Inhaltsverzeichnis. Damit kann der Besucher sehr rasch und einfach zu spezifischen Stellen im Text springen. Für Abschnitte, die ich für sekundär / weniger relevant halte (Werkbeschreibungen u.ä.), verwende ich zudem eine kleinere Schrift.

Fotos zum / vom Konzert

Darüberhinaus reichere ich wenn immer möglich meine Artikel mit Bildern an. Damit sollten die Texte lockerer aussehen und einfacher zu lesen sein. Eingangs nutze ich oft Pressebilder der Musiker / Ensembles, sofern verfügbar. Gelegentlich engagieren Organisatoren offizielle Pressefotografen. In diesem Falle verwende ich im Text mit Vorliebe derartige Fotografien, natürlich immer unter Angabe der Quelle / Urheberschaft.

Wo keine Aufnahmen eines offiziellen Pressefotografen zur Verfügung stehen, bin ich geneigt, selbst zu fotografieren. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass selbst mit Tricks und Nachbearbeitung Aufnahmen mit einem Smartphone meist für eine Publikation im Web nicht brauchbar sind. Mein iPhone kommt deshalb nur in seltenen Ausnahmen zum Einsatz—und auch dann nur beim Applaus.

Eine DSLR im Konzertsaal?

Mehrere MusikerInnen und Organisatoren haben mir (auf jeweilige Anfrage hin) gestattet, selbst zu fotografieren. Für ansprechende Resultate nutze ich dazu meine “richtige” Kamera (momentan eine Nikon D850). Wie ich dabei vorgehe, hängt ab von meinem Sitzplatz. Inmitten von Publikum (vor allem, wenn Leute hinter mir sitzen) fotografiere ich auch da nur beim Applaus. Ich will meine Umgebung nicht unnötig stören.

Besser ist natürlich ein Platz seitlich am Rand oder in der letzten Reihe. Noch besser, gar ideal wäre ein Platz in der ersten Reihe des Balkons oder der seitlichen Galerie, da dies eine uneingeschränkte Sicht gewährleistet. Leider sind dies seltene Gelegenheiten. Ich wandere während des Konzerts nicht umher—ich will nicht unnötig Unruhe ins Konzert bringen. Ich bin auch kein “Action-Fotograf” für möglichst spektakuläre Nahaufnahmen. Vielmehr versuche ich lediglich, die Stimmung im Saal aus der Sicht eines Zuhörers festzuhalten.

Natürlich fotografiere ich ohne Blitz und praktisch lautlos. Wenn dies gestattet ist und ich niemanden hinter mir sitzen habe, verwende ich mit Vorliebe ein Dreibein-Stativ. Das hält die Kamera ruhig und vermeidet verwackelte Aufnahmen. Außerdem vereinfacht es die Verarbeitung dramatisch, indem ich danach nicht jeweils die Aufnahmen individuell ausrichten muss. Ein gewählter Bildausschnitt, Belichtungs-, Kontrast- und Farbkorrekturen lässt sich zudem jeweils auf ganze Serien anwenden.

Grenzen, Restriktionen

Planung und Zeitbedarf

Ich versuche möglichst, im Voraus zu planen. Selbst damit ergeben sich jedoch Perioden mit potenzieller Überlastung. Es gab in der Vergangenheit Monate mit 8 – 10 Konzerten / Rezensionen. Dies führt unausweichlich zu Verzögerungen bis zum Erscheinen eines Konzertberichts. Und das Schreiben einer Rezension mit 3000 – 4000 Worten benötigt an sich schon viel Zeit.

Wenn ich zudem noch Fotos verarbeite, kann dies den Publikationsprozess deutlich verlängern. Bei Verwendung eines Stativs sind oftmals Hunderte von Aufnahmen zu verarbeiten (Selektion, Korrekturen in Belichtung, Kontrast und Farbe, sowie Wahl des Bildausschnittes). Dies alles dauert ohne weiteres 1 – 2 Tage zusätzlich. Ich bitte um Geduld!

Konzertorte

Die Mehrzahl der Konzerte, die ich bespreche, finden im Raum Zürich statt. Konzerte an anderen Orten sind jedoch durchaus nicht ausgeschlossen, insbesondere

  • Konzertorte, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sind—beispielsweise Basel, Luzern, Bern, Brugg, Baden, Winterthur, auch St.Gallen, etc.
  • Orte, die nur per Auto erreichbar sind, gehören definitiv nicht zu unseren Favoriten (wenn immer möglich, begleitet mich meine Frau zu Konzerten).
  • Konzertorte wie Lugano oder Genf als seltene Ausnahme (vielleicht einmal im Jahr) sind nicht ausgeschlossen, auch wenn dies eine Übernachtung im Hotel bedingt. Falls Sie möchten, dass ich ein derartiges Konzert bespreche, benötigen Sie allerdings sehr gute Argumente!
  • Konzerte im Ausland sind praktisch ausgeschlossen—allenfalls in Verbindung mit einer Ferienreise.

Konzerte in Zeiten der Pandemie

The Author in the audience @ Landenberghaus, Greifensee, 2020-09-11 (© Rolf Kyburz)

Die COVID-19 Pandemie und die damit verbundenen ganzen oder partiellen Lockdowns haben das Konzertleben für Monate zum Erliegen gebracht. Meine erste Reaktion war, dass dies die ideale Gelegenheit wäre, meine CD-Besprechungen und -Vergleiche wieder aufzunehmen.

Nach reiflicher Überlegung (und in Anbetracht des überhitzten Konzertbetriebs der letzten Jahre) entschieden meine Frau und ich uns jedoch anders. Dies war die ideale Gelegenheit für einen “mentalen Reset”, für Erholung mit Gartenarbeit, und zum Nachholen von Dingen / Aufgaben, die wir über Jahre vor uns her geschoben hatten. Tatsächlich haben wir diese Erholungszeit ausgiebig genossen. Dies nicht zuletzt, weil wir uns das guten Gewissens leisten konnten—schließlich sind wir beide offiziell Rentner. Allerdings muss ich sagen: ich hatte gleichzeitig gemischte Gefühle, wenn nicht gar ein schlechtes Gewissen, angesichts der Notsituation, in der sich unzählige MusikerInnen jetzt befinden.

Die zweite Welle der Pandemie hat die Schweiz und die umliegenden Länder jetzt (November 2020) voll erfasst. Vor gerade einmal zwei Monaten ist der Konzertbetrieb nach der ersten Welle ganz zögerlich wieder aufgewacht. Die zweite Welle bedeutet unweigerlich eine erneute (und womöglich längere) Durststrecke für das Musikleben.

In jedem Fall werde ich danach Konzertbesuche nur langsam und behutsam wieder aufnehmen. Solange keine wirksame Impfung gegen COVID-19 existiert, sind wir jedenfalls selbst bei lokalen Reisen und Ausflügen sehr zurückhaltend. Mal sehen, was die Zukunft bringt.


Was ist denn jetzt mit CD-Besprechungen?

Im Großen und Ganzen, d.h., mutatis mutandis, trifft das oben Gesagte, speziell die Abschnitte “Welchen musikalischen Bereich decken meine Besprechungen ab?” und “Bevorzugtes Repertoire“, auch auf Besprechungen von CDs zu.

Zusätzlich gilt: seit Konzertrezensionen den Löwen-Anteil meiner Blog-Produktion beanspruchen, erhielten CD-Besprechungen zwangsweise niedrigere Priorität. Ich habe das Agenturen mitgeteilt und auf die vielen pendenten Rezensionen hingewiesen. Ich mache keine Zusagen für CD-Besprechungen, kann möglicherweise eingehende Anfragen nicht zeitnah beantworten.

Falls Sie sich überlegen, mich um eine CD-Rezension anzugehen: mein Rückstand ist beträchtlich. Er umfasst CDs, die ich vor mehreren Jahren erhalten habe. Trotzdem fragen Agenturen und MusikerInnen nach Besprechungen, senden mir oft gar CDs oder DVDs zu. Leider habe ich seit 2016 gerade einmal zwei Medienkritiken pro Jahr geschafft. Das tut mir leid—ich würde gerne mehr leisten, bin jedoch allein mit meinem Blog. Die Zeit ist limitiert, das Leben kurz!


Andere Medien?

Ich bespreche aus Prinzip keine YouTube Videos: zu oft ist die Audio-Qualität hier fraglich und nicht vergleichbar mit der von CDs (oder allenfalls DVDs), ganz zu schweigen von Live Konzert-Erlebnissen. Ausnahmsweise kann ich YouTube-Aufnahmen gelegentlich erwähnen, ohne sie aber im Detail zu diskutieren und/oder zu bewerten.

DVDs bespreche ich in Ausnahmefällen. Verglichen mit CDs ist der Zeitaufwand hier (d.h., in meinem Review-Schema) deutlich größer, den visuellen Aspekt kann ich nur rudimentär abdecken. Ich sammle aktiv keine Musik-DVDs.

Ich habe in der Frühzeit meines Blogs einmal einen Live-Stream eines Konzerts kommentiert, werde dies aber aus den gleichen Gründen in aller Wahrscheinlichkeit nicht wiederholen.

Ähnlicher Argumente führen mich dazu, (in der Regel) auch keine anderen Streaming-Formate (z.B. Audio- oder Video Podcasts, Blogs, Vlogs, etc.) zu kommentieren. Meine Pendenzenliste ist ohnehin bereits so lang, dass ich auf Jahre hinaus beschäftigt bin.


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