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22 thoughts on “Beethoven: Violin Concerto in D major, op.61”

  1. Lieber Rolf Kyburz,

    Was für eine gelehrte Abhandlung.

    In Ihrer Sammlung fehlt u.a. die früheste Aufnahme von Wolfsthal/Gurlitt, die auffallend rasche Tempi benützt. Und die von Mutter/Karajan und Mutter/Ozawa, die absurd langsame tempi benützen. Für die Klavierversion hat Cerny Metronomangaben hinterlassen, die sehr rasch sind, sogar etwas rascher als Wolfsthal und Kopatchinskaja.

    Die Hubermann-Aufnahme liebe ich persönlich sehr, sie gibt etwas vom improvisatorischen Geist des Mansukriptes wieder.

    Ich weiss, dass Busch seine Aufnahme nie freigegeben hat, Er war bei der Aufnahme schon krank, sie ist unter ungünstigen Verhältnissen entstanden und er war damit überhaupt nicht zufrieden. Eigentlich ist es sehr unkorrekt, dass sie später doch noch veröffentlicht wurde. Meine Eltern, die ihn mehrmals mit dem B.-Konzert gehört hatten sagten mir, dass diese Aufnahme den Eindruck seiner anderen Interpretationen nicht wiedergebe. Gültig sind dagegen seine Aufnahmen der Quartette und Sonaten.

    Bezüglich der Kopatchinskaja-Aufnahme muss praezisiert werden, dass ALLE gespielten Varianten aus dem Beethovenschen Manuskript entnommen sind, es wurde nichts erfunden. Im ersten Satz bietet das Manuskript bis zu drei Varianten für gewisse Stellen, wobei nicht notiert ist, welche zu verwenden ist. Man weiss nicht, wer die gedruckte Version praepariert hat, es fällt aber auf, dass durchwegs die am leichtesten spielbare Variante gewählt wurde, vielleicht um dem Verleger eine leichter verkäufliche Version zu liefern. Prof. Robin Stowell, Cardiff, einer der derzeit besten Kenner des Konzertes, der die Vorbereitung der Aufnahme auch begleitete riet sehr zur Verwendung der Varianten, damit die x-te – und eigentlich überflüssige – Aufnahme wenigstens einen neuen Aspekt beleuchte.

    Dass die Kadenz des ersten Satzes bei dieser Aufnahme im Playback gemacht wurde war nur, weil der Konzertmeister nicht mitmachen wollte. Sonst spielt K. immer mit dem Konzertmeister. Neuerdings nimmt sie in der Kadenz des ersten Satzes auch einige Celli dazu (https://www.youtube.com/watch?v=DFm2oZAwG6c und https://www.youtube.com/watch?v=5MzTSJPA0bY.

    Mit freundlichem Gruss

    L.F.

    Reply
  2. rolfkyburz – near Zurich, Switzerland – Classical music & concerts: blogging & reviews — Edu: science / chemistry — Past: software support, programming — Hobbies: photography, garden, nature

    Liebe(r) L.F., herzlichen Dank für die sehr willkommenen Ergänzungen! Leider können meine Abhandlungen nie vollständig sein — dafür fehlen mir Zeit und Mittel. Das ist ohnehin nicht mein Ziel: meine Sammlung umfasst Aufnahmen die sich (z.B. in meiner LP-Sammlung) über die Jahre teils zufällig angesammelt haben, oder — soweit möglich — die mich aus irgend einem Grund speziell interessieren. Wenn ich von einer Aufnahme im Voraus weiß dass sie bei mir schlecht wegkommen würde (z.B. Mutter wegen ihres Vibratos), dann kaufe ich sie nicht (es sei denn, ich hätte sie in der LP-Sammlung gehabt, was aber nicht der Fall ist) — ich will ja einen Künstler nicht “mit Absicht runtermachen”. Einen besonderen Dank auch für die wertvollen Ergänzungen zur Kopatchinskaja-Aufnahme — sehr interessant: das Booklet kann das alles wohl nicht in dieser Deutlichkeit enthalten. Wenn aber eine Aufnahme *nicht* überflüssig ist, dann ist es sicher die von Kopatchinskaja!
    Freundliche Grüße,
    Rolf Kyburz

    Reply
  3. Lieber Rolf Kyburz, das merkt man, dass Sie niemanden heruntermachen wollen, das ist auch sympathisch.

    Ich habe gestern noch mit Interesse Ihre Besprechungen der Beethoven-Quartette durchstöbert. Dort fehlte mir das Vegh-Quartett, das mich seinerzeit in die Beethoven-Quartette eingeführt hat. Vegh betrachtete sich in einer gewissen Weise als Nachfolger des Busch-Quartetts. Auch die Isabelle Faust vergöttert Busch als ihr Ideal.

    Drum bei den Quartett-Besprechungen kommt mir Busch bei Ihnen etwas schlecht weg. Z.B. beim op. 131 beanstanden Sie das Fehlen von Pausen zwischen gewissen Telen. Aber ich habe im Erstdruck (abrufbar bei imslp) nachgesehen, die aneinander gespielten Teile sind attacca geschrieben, nicht als einzelne Sätze mit Unterbrechung. Busch war ein Fanatiker des Notentextes, es wurde alles gespielt wie im Erstdruck. Er war in diesem Sinn ein Wegbereiter der historischen Aufführungspraxis. Er hat auch eine Zeitlang auf einer Darm-E-Saite gespielt, aber das erwies sich als unpraktisch, weil sie nicht hielt. Die heutigen Darm-E-Saiten sind beschichtet und halten länger.

    Was wichtiger ist, ist die Tatsache, dass Busch Schüler von Bram Eldering war, der seinerseits bei Hubay und Joachim studiert hatte und selber ein berühmter Quartettspieler war. Das heisst, dass Busch noch direkt in der Tradition des 19.Jahrhunderts wurzelt und damit alle seine Interpretationen deshalb ein besonderes Interesse haben, auch bezüglich Tempo. Ich empfinde übrigens sein Allegro moderato im 131 nicht als zu langsam, es ist halt “mässig schnell”, oder “mässig lebhaft” wie vorgeschrieben. .

    Buschs Vorkriegsaufnahmen sind alle auf Schellackplatten, da war nichts korrigierbar. Meist machte man nur ein Take. Auch war Busch kein spezialisierter Quartettgeiger, er spielte durcheinander alles, Sonaten, Konzerte, Trio, Quartett, Kammerorchester. Das ist mit neuen Aufnahmen nicht zu vergleichen, wo Spezialisten spielen und teils hunderte von Schnitten gemacht werden, und wo der Tonmeister sogar einzelne Töne verlängern oder verkürzen kann.

    Aber was Busch bis heute unerreicht gut konnte, ist das Durchhalten der ewig langen Spannungsbögen und das Erzeugen dieser heiligen
    Atmosphäre im späten Beethoven, besonders in den langsamen Sätzen. Drum bleibt er für mich die Referenz, an der sich alle messen müssen. .

    Mit freundlichen Grüssen

    Lukas Fierz, Bern
    .

    Reply
  4. rolfkyburz – near Zurich, Switzerland – Classical music & concerts: blogging & reviews — Edu: science / chemistry — Past: software support, programming — Hobbies: photography, garden, nature

    Lieber Herr Fierz,
    nochmals vielen Dank für Ihre ausführlichen Kommentare — und Ihren Besuch auf meinem Blog! Es ist mir bewusst, dass historische Aufnahmen in meinen Vergleichen meist unter ihrem Wert bleiben; dies ist eine Konsequenz daraus, dass ich versuche, die Aufnahmen bewusst aus der Sichtweise des heutigen Hörers und Nutzers digitaler Medien zu beurteilen (und in diesem Sinne vielleicht nicht unbedingt für die Profis und Spezialisten) — und dabei ist es leider wohl so, dass die historischen Aufnahmen nur noch einen schwachen Abglanz einstiger Aufführungen wiedergeben können, und dass diese musikalischen Erlebnisse wohl teilweise unwiederbringlich verloren sind. Ich sähe es als Unglück an, wenn junge Leute sich von den Beethoven-Quartetten abwenden würden weil sie sich durch meine Besprechung auf eine etwas kratzbürstige historische Aufnahme verlegt haben. Aber ich will mal sehen, ob ich bei der Beurteilung der Busch-Quartette noch etwas verbessern kann. Das Végh-Quartett habe ich selbst in Olten noch live erlebt (vermutlich etwa 1970), unter anderem mit op.59/2 und — vermutlich — op.132; das Erlebnis ist mir aber nur noch fragmentarisch in Erinnerung, könnte aber durchaus dazu motivieren, dieses Quartett meiner Sammlung noch hinzuzufügen — mal sehen; herzlichen Dank jedenfalls für den Hinweis / die Erinnerung daran!
    Herzliche Grüße,
    Rolf Kyburz

    Reply

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    Dear Rolf,
    Thanks for this Monomental and insightful musical tasting.
    I was wondering if you can also rate the top list – those 4 HIP performances you awarded the top rating – and suggest which is the best among them, and why.
    Thank you!

    Reply
    • rolfkyburz – near Zurich, Switzerland – Classical music & concerts: blogging & reviews — Edu: science / chemistry — Past: software support, programming — Hobbies: photography, garden, nature

      Dear Markus,
      thanks very much for your comment, and for visiting the blog! I can’t give a universal recommendation for one or the other — they all have their specific advantages, there isn’t a single recording that “fits the complete bill” — from the solo part, I really like Isabelle Faust; Abbado’s accompaniment is excellent & detailed, but not entirely HIP. Patricia Kopatchinskaja as a soloist is at least equivalent, but wilder, more exuberant in her playing, and I really, really like her Larghetto — but among the HIP players, Herreweghe isn’t my first choice (and one could call Kopatchinskaja’s choice of involving multiple string players in the cadenza somewhat extravagant — see previous comments for additional information). Gardiner’s accompaniment is very good & colorful, but Viktoria Mullova plays with vibrato (on the other hand, I like Dantone’s cadenzas). Finally, Frans Brüggen is (was, sadly) my first choice for the accompaniment, and Thomas Zehetmair definitely is excellent as well (probably the “most HIP” recording, overall) — — — but I would really be hard-pushed if I would have to make a choice among those four. Note that Isabelle Faust also has made an earlier recording, with Jiří Bělohlávek conducting, and bundled with the Kreutzer Sonata (with Alexander Melnikov), which I have *not* explored — I guess this is somewhat overshadowed now by the Abbado recording (and I already have that Kreutzer Sonata as part of her integral recording). I’m mot sure that this offers any help in choosing?
      Best regards,
      -Rolf

      Reply

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    Dear Rolf –
    Thanks for your candid and informative response !
    I have these four performances – and on paper, my favorite was the Zehetmair/Bruggenand – but I will take the opportunity to survey them soon in a blind tasting with a few music-loving friends here in NYC and, hopefully, share our comments with you — it would surely be an interesting musical night.

    Reply

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    David Oistrakh, Aleksandr Gauk, USSR Radio Grand Symphony Orchestra (1939) – Should be 1950, the first recording of Beethoven VC for David oistrakh, 1939 should be for Tchaikovsky VC.

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    • rolfkyburz – near Zurich, Switzerland – Classical music & concerts: blogging & reviews — Edu: science / chemistry — Past: software support, programming — Hobbies: photography, garden, nature

      Thanks a lot for the correction. — will fix this asap (traveling this week); as I downloaded from iTunes (no hardcopy available in a suitable timeframe), I don‘t have the booklet. I can‘t exactly reconstruct where I had that 1939 from (I do remember that it felt older than the actual recording, and my old LP was even more rudimentary in terms of sleeve notes, etc…. ). Thanks again!

      Reply

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    I think some items in the same list are need to double check:
    Bronislaw Huberman / George Szell / 1934
    David Oistrakh / Alexander Gauk / 1950
    David Oistrakh / Andre Cluytens / 1958
    Patricia Kopatchinskaja / Philippe Herreweghe / 2008

    Thanks,

    KP

    Reply
    • rolfkyburz – near Zurich, Switzerland – Classical music & concerts: blogging & reviews — Edu: science / chemistry — Past: software support, programming — Hobbies: photography, garden, nature

      Will do — thanks for the heads-up!

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    • rolfkyburz – near Zurich, Switzerland – Classical music & concerts: blogging & reviews — Edu: science / chemistry — Past: software support, programming — Hobbies: photography, garden, nature

      Glad you liked it — thanks for visiting!

      Reply

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    Enjoyed your thoughtful analyses. I checked the Josef Suk performance and the Cadenza appeared to be written by Vasa Prihoda.

    Reply
    • rolfkyburz – near Zurich, Switzerland – Classical music & concerts: blogging & reviews — Edu: science / chemistry — Past: software support, programming — Hobbies: photography, garden, nature

      Thanks a lot, Eric — I have added that information to the text.

      Reply

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